Morzine oder Les Gets: In welchem Dorf solltest du deine Saison verbringen?
Derselbe Portes-du-Soleil-Pass, benachbarte Dörfer – aber ganz unterschiedliche Saisonerfahrungen
Morzine und Les Gets teilen sich eine Liftverbindung und liegen beide im Portes du Soleil – 650 km miteinander verbundene Pisten in Frankreich und der Schweiz, darunter Avoriaz, Châtel, Champéry und weitere Orte. Beide ziehen viele britische Saisonarbeiter an. Beide liegen in Haute-Savoie, 90 Minuten von Genf entfernt.
Und doch fühlt sich eine Saison im einen oder im anderen Ort merklich anders an. Wenn du zwischen beiden wählen möchtest, zeigen wir dir hier, was sie tatsächlich unterscheidet.
Was sie gemeinsam haben
Derselbe Portes-du-Soleil-Pass gilt für beide Dörfer – Morzine, Les Gets, Avoriaz, Châtel, Champéry, Morgins und die verbundenen Schweizer Orte. Die Runde ist von beiden Ausgangspunkten dieselbe. Avoriaz (1.800 m und autofrei) ist der höchste Punkt auf der französischen Seite und die erste Wahl, wenn weiter unten wenig Schnee liegt. Es ist von beiden Dörfern erreichbar und dient als wichtigstes Zentrum des Passgebiets.
Beide Orte haben eine etablierte britische Gemeinschaft von Saisonarbeitern und britische Reiseveranstalter. Beide sind ganzjährige Dörfer mit einer Wirtschaft außerhalb des Tourismus, wodurch Infrastruktur und Lebenshaltungskosten bodenständiger bleiben als in vollständig künstlich angelegten Skistationen.
Morzine (1.000 m)
Morzine ist eine echte französische Stadt: 3.000 Einwohner, ein großer Casino-Supermarkt, Apotheke, Hausarzt, Bank und genug ganzjähriges Leben, sodass der Ort im Frühjahr nicht ausgestorben wirkt. Es hat die beste Flughafenanbindung aller Orte im Portes-du-Soleil-Gebiet – Genf ist ungefähr 1,5 Stunden auf der Straße entfernt. Das ist wichtig, wenn du mitten in der Saison oder zwischen zwei Saisons nach Hause fliegst, was Saisonarbeiter häufiger tun als Touristen.
Außerdem gibt es hier die höchste Konzentration britischer Saisonarbeiter im gesamten Portes-du-Soleil-Gebiet. Schätzungen zufolge machen britische Staatsangehörige 30–40 % der Wintersaisonarbeiter aus. Der Arbeitgebermarkt spiegelt das wider: Peak Retreats, Scott Dunn und Dutzende unabhängige Chaletunternehmen haben hier ihren Sitz. Die soziale Szene ist stark englischsprachig, die Bars sind voller Menschen in derselben Situation wie du, und Arbeit über persönliche Empfehlungen zu finden ist leichter als in den meisten französischen Skigebieten.
Diese britische Dichte ist je nach deinen Erwartungen entweder ein Vorteil oder ein Nachteil. Wenn du zu deiner ersten Saison anreist und einen einfachen Einstieg möchtest – vertraute soziale Strukturen, englischsprachige Arbeitgeber und eine fertige Gemeinschaft von Saisonarbeitern –, ist Morzine die unkompliziertere Option. Wenn du eigens nach Frankreich gekommen bist, um dein Französisch zu verbessern und in die französische Bergkultur einzutauchen, kann Morzine im Januar eher wie ein britischer Ferienort wirken, der zufällig in Frankreich liegt.
Unterkunft: 380–650 € pro Monat in einer Wohngemeinschaft. Aufgrund der hohen Dichte britischer Veranstalter gibt es eine große Auswahl an Unterkünften von Arbeitgebern.
Les Gets (1.172 m)
Les Gets ist kleiner – etwa 2.000 Einwohner – und wirkt französischer. Es gibt zwar eine britische Präsenz, aber sie dominiert weniger; der französische und schweizerische Inlandsmarkt ist hier stärker vertreten. Das Dorf besitzt traditionellen savoyischen Charakter: Steinchalets, eine Barockkirche und ein kleineres Fußgängerzentrum. Es ist ruhiger als Morzine, was je nach Perspektive authentischer wirkt.
Les Gets hat vom Dorf aus ein eigenes Skigebiet (die Sektoren Chavannes und Mont Chéry) sowie eine Gondelverbindung nach Morzine, die Zugang zum gesamten Portes du Soleil bietet. Mont Chéry ist nach Süden ausgerichtet – gut für Frühlingsschnee und Sonne und mit einem anderen Skicharakter als das Gelände auf der Morzine-Seite.
Die praktischen Nachteile: ein kleinerer Supermarkt, weniger Einrichtungen und etwas weniger Arbeitgebermöglichkeiten. Wenn du aber bereit bist, Unterkunft und Wohnsituation selbst zu organisieren, anstatt dich darauf zu verlassen, dass ein britischer Veranstalter alles regelt, ist der Charakter des Dorfes deutlich anders.
Unterkunft: 350–600 € pro Monat – im Durchschnitt etwas günstiger als in Morzine.
Das Skifahren
Der Pass für das Portes du Soleil ist von beiden Dörfern aus identisch. Das Gelände, das du direkt von den jeweiligen Orten erreichst, unterscheidet sich im Charakter – Morzines Gebiete Pleney und Super-Morzine gegenüber Chavannes und Mont Chéry in Les Gets –, aber die gesamte Runde ist dieselbe. Der berühmte Tagesausflug im Portes du Soleil (Morzine → Avoriaz → Champéry → Schweizer Runde → zurück) ist von beiden Ausgangspunkten aus eine ganztägige Route.
Beide Dörfer bieten Busverbindungen nach Avoriaz. Wenn du in Les Gets bist, führt die Verbindung über Morzine – eine kleine logistische Überlegung an frühen Pulverschneetagen, aber kein großes Hindernis.
Die Entscheidung
Wähle Morzine, wenn: du die größte soziale Szene britischer Saisonarbeiter im Portes du Soleil, die breiteste Auswahl an britischen Arbeitgebern und die beste Verbindung zum Flughafen Genf möchtest. Ebenso, wenn es deine erste Saison ist und dir eine fertige englischsprachige Gemeinschaft wichtig ist.
Wähle Les Gets, wenn: du den Charakter eines kleineren, französischeren Dorfes möchtest, deine Unterkunft selbst organisieren kannst und einen ruhigeren, aber weiterhin international geprägten Ausgangspunkt bevorzugst. Auch wenn du den Einfluss der englischsprachigen Blase bewusst begrenzen möchtest.
Das Gelände ist praktisch identisch. Das Dorferlebnis ist hier die entscheidende Variable.
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