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Kompletter Zeitplan: Eine Skisaison in Frankreich planen

Monat für Monat von der ersten Google-Suche bis zum Arbeitsbeginn im Chalet

17 July 2026·Seasoned.info

Frankreich ist das beliebteste Ziel für englischsprachige Saisonarbeiter – und das aus gutem Grund. Die Skigebiete sind außergewöhnlich, die Infrastruktur der Skischulen ist gut etabliert, die Chaletbranche beschäftigt jeden Winter Tausende Briten und die Après-Ski-Kultur ist ausgesprochen unterhaltsam. Frankreich hat jedoch auch einen eigenen Zeitplan für die Planung, der viele vor Probleme stellt. Die Visasituation ist wichtig, die Bewerbungszeiträume sind kurz und die französische Verwaltungsbürokratie nach der Ankunft ist ein eigenes Projekt.

Dieser Leitfaden führt dich Monat für Monat durch den gesamten Prozess – von dem Moment, in dem du beschließt, eine Saison in Frankreich zu machen, bis zu dem Tag, an dem du im Skigebiet ankommst.


Zuerst die Visafrage

Dein gesetzliches Recht, in Frankreich zu arbeiten, hängt von deiner Staatsangehörigkeit ab.

Staatsangehörige der EU/des EWR: Kein Visum erforderlich. Du hast volle Freizügigkeit und das Recht zu arbeiten. Deine wichtigste Verwaltungsaufgabe nach der Ankunft ist die Anmeldung bei der örtlichen Gemeinde (für Aufenthalte unter drei Monaten rechtlich nicht erforderlich, praktisch aber sinnvoll) sowie die Eröffnung eines französischen Bankkontos und die Beantragung einer Sozialversicherungsnummer. Das ist alles.

Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs (nach dem Brexit): Zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich gibt es kein Working-Holiday-Visum. Britische Staatsbürger benötigen eine Arbeitgebersponsoring, um legal in Frankreich zu arbeiten. Dein Arbeitgeber beantragt in deinem Namen bei der französischen regionalen Arbeitsbehörde (DREETS) eine saisonale Arbeitserlaubnis (Autorisation de Travail Saisonnière) – du kannst den Antrag nicht selbstständig stellen. Nach der Genehmigung beantragst du beim französischen Konsulat ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt als Saisonarbeitnehmer (visa de long séjour mention salarié saisonnier). Die meisten britischen Skiveranstalter, die in Frankreich tätig sind, übernehmen diesen Prozess für ihre Mitarbeiter. Sichere dir zuerst ein Jobangebot – der Visaprozess kann ohne Arbeitgeber nicht beginnen. Die vollständigen Einzelheiten findest du unter /visa-guides/france.

Staatsangehörige Australiens, Neuseelands und Kanadas: Frankreich hat mit diesen Ländern Abkommen über Working-Holiday-Visa (Programme Vacances-Travail, PVT). Das PVT ist eine offene Arbeitserlaubnis – du kannst den Antrag unabhängig stellen, ohne vorher einen Arbeitgeber zu benötigen. Die Bedingungen unterscheiden sich (Altersgrenzen, Kontingente, Gebühren). Prüfe die aktuelle Website der französischen Botschaft für deine Staatsangehörigkeit. Die Anträge werden jedes Jahr in festgelegten Zeiträumen geöffnet und die Kontingente sind schnell ausgeschöpft.

Staatsangehörige der USA: Derzeit gibt es keine Working-Holiday-Vereinbarung zwischen den USA und Frankreich. US-Bürger können sich 90 Tage visumfrei im Schengen-Raum aufhalten, dürfen in dieser Zeit aber nicht legal arbeiten. Die Möglichkeiten sind begrenzt: arbeitgeberfinanzierte Arbeitsvisa (bei Saisonstellen selten) oder Regelungen im Umfeld des Schengen-Raums, die nicht unkompliziert sind. US-Bürger sind für legale Arbeitssaisons im Allgemeinen besser auf Kanada oder Neuseeland verwiesen.


Der Zeitplan Monat für Monat

12 Monate vorher (vorheriger Sommer/Herbst)

Beginne mit der Recherche statt mit Bewerbungen – die Bewerbungszeiträume sind noch nicht geöffnet, es gibt also noch nichts, worauf du dich bewerben könntest. Jetzt ist die Zeit für:

  • Recherchiere, welches Skigebiet zu dir passt (siehe unsere Skigebietsführer für Val d'Isère, Méribel, Les Gets, Morzine, Tignes, Courchevel, La Plagne, Les Arcs und die Skigebiete in der Nähe von Verbier)
  • Entscheide, ob du eine Stelle in einer Skischule (erfordert BASI Level 2 oder eine AFSI-Zertifizierung), im Chalet, im Gastgewerbe oder bei Liften bzw. im Skigebiet anstrebst
  • Recherchiere, welche Reiseveranstalter und Skischulen in deinem Wunschgebiet arbeiten
  • Wenn du Skilehrerqualifikationen brauchst: Prüfe Termine und Kosten der Ausbildungskurse. BASI-Ausbildungskurse für Skilehrer finden im Frühjahr und Herbst statt – möglicherweise musst du die Ausbildung vor Saisonbeginn abschließen

10–11 Monate vorher (Januar–Februar)

Wenn du aus dem Vereinigten Königreich oder einem anderen Nicht-EU-Land kommst, informiere dich jetzt über den Visaprozess – und setze die Sicherung eines Jobangebots an erste Stelle.

Für britische Staatsangehörige wird der Visaprozess vom Arbeitgeber eingeleitet, nicht vom Bewerber. Du kannst ein französisches Arbeitsvisum nicht eigenständig beantragen. Stattdessen sicherst du dir zuerst ein Jobangebot; anschließend reicht dein Arbeitgeber den Antrag auf Arbeitserlaubnis bei der DREETS (französische regionale Arbeitsbehörde) ein. Der Arbeitgeber sollte diesen Prozess mindestens sechs bis acht Wochen vor deinem geplanten Startdatum beginnen – praktisch bedeutet das: Für einen Start im November ist der September die Frist.

Nach Genehmigung der Arbeitserlaubnis beantragst du beim französischen Konsulat ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt als Saisonarbeitnehmer. In der Visaphase werden typischerweise folgende Dokumente benötigt:

  • Gültiger Reisepass (mindestens ein Jahr über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig)
  • Genehmigungsschreiben des Arbeitgebers für die Arbeitserlaubnis (CERFA-Bestätigung)
  • Unterzeichneter Arbeitsvertrag
  • Krankenversicherung für den Zeitraum deiner Ankunft
  • Ausgefülltes Visaantragsformular, Fotos und Konsulatsgebühr

Die entscheidende Aufgabe in dieser Phase ist die Sicherung eines Jobangebots – alle weiteren Schritte ergeben sich daraus. Unter /visa-guides/france findest du die vollständigen Informationen zum Arbeitgebersponsoring.

8–9 Monate vorher (März–April)

Die Recherche wird konkreter. Bis jetzt solltest du Folgendes haben:

  • Eine Liste von zwei oder drei Skigebieten, in denen du wirklich gerne arbeiten würdest
  • Eine Liste von Arbeitgebern: Reiseveranstalter, Skischulen, Hotels oder Bars – konkrete Unternehmen, keine Kategorien
  • Klarheit über deinen Visastatus und darüber, was du rechtlich tun darfst

Folge den sozialen Medien und Jobbörsen deiner gewünschten Veranstalter. Einige britische Chaletunternehmen stellen ihre Stellen für die kommende Saison bereits im April vor, obwohl formelle Bewerbungen normalerweise erst im Juli beginnen.

Wenn du eine Stelle als Skilehrer anstrebst: Bestätige den Stand deiner Qualifikation. Viele BASI-Level-2-Kurse finden im April und Mai statt. Wenn du die Qualifikation brauchst, buche sie jetzt.

6–7 Monate vorher (Mai–Juni)

BASI-Level-2-Kurse (falls erforderlich) finden häufig im Mai oder Juni in schottischen Skigebieten oder auf europäischen Gletschern statt. Dies ist deine letzte realistische Möglichkeit, dich zu qualifizieren, bevor die Hauptbewerbungsphase beginnt.

Beginne, deinen Lebenslauf für die Arbeit im Skigebiet zu erstellen. Lebensläufe für eine Skisaison unterscheiden sich von gewöhnlichen Lebensläufen: Arbeitgeber möchten dein skifahrerisches Niveau, frühere Saisonerfahrung, relevante Zertifikate im Umgang mit Lebensmitteln oder in der Kinderbetreuung, den Status deines Führerscheins (besonders wichtig für Chaletfahrer) und deine Sprachkenntnisse kennen.

5–6 Monate vorher (Juli)

Jetzt beginnt die Einstellungsphase für Frankreich. Handle jetzt.

Skischulen – New Generation, Peak Leaders, OAT, Ski Basics, Snoworks, British Ski Academy – öffnen ihre Bewerbungen für Skilehrer normalerweise im Juli. Wenn du BASI Level 2 oder höher hast und in Frankreich unterrichten möchtest, bewirb dich im Juli bei allen Schulen, die in deinem Wunschgebiet tätig sind.

Britische Reiseveranstalter – Crystal, Inghams, Mark Warner, Ski Total, Powder White, Le Ski, Bramble Ski, Mountain Heaven, Ski Amis und Dutzende kleinerer unabhängiger Veranstalter – beginnen im Juli mit der Suche nach Chalet-Gastgebern, Chaletköchen, Reiseleitern im Skigebiet und Fahrern. Einige öffnen ihre formellen Bewerbungen Ende Juli, andere schreiben Stellen im August aus und führen im September Vorstellungsgespräche.

Aufgaben in diesem Monat:

  • Bewirb dich bei jeder passenden Skischule
  • Bekunde dein Interesse bzw. reiche frühe Bewerbungen bei Reiseveranstaltern ein
  • Tritt den wichtigsten Facebook-Gruppen bei (Ski Season Jobs, Seasons Jobs For Workers, gruppen für einzelne Skigebiete) – Mundpropaganda bei der Einstellung ist in der Chaletbranche Realität

4–5 Monate vorher (August)

Der August ist die Hochsaison für Bewerbungen auf Stellen in französischen Skigebieten. Die meisten britischen Reiseveranstalter stellen aktiv ein und führen Vorstellungsgespräche durch (für Bewerber im Ausland oft per Videoanruf).

  • Hake bei Bewerbungen aus dem Juli nach
  • Bewirb dich bei weiteren Veranstaltern, die du noch nicht kontaktiert hast
  • Stellen als Chaletkoch sind am schwersten zu besetzen – wenn du kochen kannst, erwähne das ausdrücklich und stelle es an die erste Stelle
  • Kläre deine Unterkunft: Stellt der Arbeitgeber eine Unterkunft bereit? Das ist in Skigebieten wie Val d'Isère, Courchevel und Verbier entscheidend, da private Unterkünfte dort sehr teuer sind

Buche Forschungsreisen, wenn dein Budget es erlaubt – ein Besuch im Sommer (viele Skigebiete sind zum Wandern geöffnet) vermittelt dir ein echtes Gefühl für den Ort und führt gelegentlich zu direkten Gesprächen mit Arbeitgebern.

3–4 Monate vorher (September)

Die meisten Saisonstellen in französischen Skigebieten werden im September vergeben. Dies ist außerdem der Monat für:

Buche deine Flüge. Flüge aus dem Vereinigten Königreich nach Genf, Lyon, Grenoble oder Chambéry für eine Abreise Ende November sind im September und Oktober am günstigsten. Die Preise steigen, je näher der November rückt. Genf ist das wichtigste Drehkreuz für einen großen Teil der französischen Alpen – von dort erreicht man Chamonix, Morzine, Les Gets und Samoëns; die meisten größeren Skigebiete sind per Transfer oder öffentlichem Verkehr innerhalb von zwei bis drei Stunden erreichbar. Lyon bedient Grenoble und das Belledonne-Massiv und liegt näher an Alpe d'Huez und Les Deux Alpes. Chambéry ist praktisch für Courchevel, Méribel und die Skigebiete des Tarentaise-Tals.

Buche eine Anreise mit dem europäischen Fernbus, wenn du nicht fliegen möchtest – FlixBus und Eurolines fahren französische Strecken, und die Kombination aus Eurostar und TGV ist für Menschen im Süden Englands eine gute Möglichkeit. Buche im September für die günstigsten Preise.

Schließe die Verträge ab. Reise nicht ohne einen unterschriebenen Arbeitsvertrag nach Frankreich. Er sollte Startdatum, Gehalt, Arbeitszeit, Unterkunft und Kündigungsfrist bestätigen.

2–3 Monate vorher (Oktober–November)

Oktober:

  • Kümmere dich um eine Krankenversicherung für den Zeitraum deiner Ankunft (vor deiner ersten französischen Gehaltsabrechnung und der Anmeldung bei der Sozialversicherung)
  • Eröffne, wenn möglich, ein französisches Bankkonto – oder plane, dies nach der Ankunft zu tun. Boursorama, Hello bank und N26 sind vollständig digitale französische Banken, bei denen eine Eröffnung manchmal aus dem Ausland möglich ist. Einige Arbeitgeber zahlen Gehälter ausschließlich auf französische Bankkonten, weshalb dies wichtig ist
  • Kläre die Skiausrüstung: Mietest du sie vor Ort oder bringst du deine eigene mit? Die Gepäckkosten für Ski bei Billigfluggesellschaften summieren sich – kalkuliere sie ein
  • Schließe eine Reiseversicherung ab, die Skisport und eine mögliche medizinische Evakuierung abdeckt (das ist nicht optional – eine Hubschrauberrettung in den Alpen kostet mindestens 3.000 bis 5.000 Euro)

November:

  • Die typische Ankunftszeit in französischen Skigebieten ist Ende November bis Anfang Dezember, wobei die meisten Gebiete eine Eröffnung zwischen dem 1. und 7. Dezember anstreben
  • Viele Arbeitgeber bitten ihre Mitarbeiter, ein bis zwei Wochen vor der offiziellen Eröffnung anzureisen – für Schulungen, Sicherheits- und Gesundheitstage, Ausrüstungskontrollen und die Vorbereitung der Chalets
  • Packe praktisch: Die meisten Skigebiete haben Supermärkte für Grundbedarf, aber gute wasserdichte Oberbekleidung, Funktionsunterwäsche und einen Helm solltest du möglichst selbst besitzen

Nach der Ankunft: Verwaltungsaufgaben in Frankreich

Frankreich hat den Ruf, bürokratisch zu sein, und dieser Ruf ist nicht völlig unverdient. Nach der Ankunft sind folgende Aufgaben wichtig:

Sozialversicherung (Sécurité Sociale): Sobald du in Frankreich zu arbeiten beginnst, meldet dich dein Arbeitgeber beim französischen Sozialversicherungssystem an (CPAM – Caisse Primaire d'Assurance Maladie). Zunächst erhältst du eine vorläufige Sozialversicherungsnummer, nach einigen Monaten eine dauerhafte Nummer (NIR) auf deiner Carte Vitale. Damit bist du im französischen Gesundheitssystem abgesichert. Bewahre deine EHIC-/GHIC-Karte für die Übergangszeit als Ersatz auf.

Bankkonto: Wenn du nicht bereits im Voraus ein digitales Konto eröffnet hast, ist die Banque Postale (in größeren Skigebietsorten über das Postamt verfügbar) für Neuankömmlinge zugänglich. Onlinekonten wie Revolut und Wise funktionieren alternativ für alltägliche Ausgaben, erfüllen aber möglicherweise nicht die Anforderungen der französischen Lohnbuchhaltung.

Unterkunft: Wenn dein Arbeitgeber eine Unterkunft stellt, ziehst du normalerweise am oder kurz vor deinem vertraglichen Startdatum ein. Kläre, ob die Unterkunftskosten vom Gehalt abgezogen werden (in der Chaletbranche üblich) oder tatsächlich kostenlos sind.

Steuern: Während deiner Saison zahlst du französische Einkommensteuer (impôts). Wenn du Frankreich am Saisonende verlässt und die Schwelle für die französische Steueransässigkeit nicht erreichst, hast du möglicherweise Anspruch auf eine Rückerstattung eines Teils der einbehaltenen Steuern – dafür musst du eine Steuererklärung als Nichtansässiger einreichen. Bewahre deine Gehaltsabrechnungen auf.


Wichtige Termine der französischen Saison

  • Eröffnung der Skigebiete: Ende November (Val d'Isère, Tignes) bis 7.–14. Dezember (die meisten Skigebiete)
  • Weihnachtshochsaison: 19. Dezember – 4. Januar (am vollsten, oft garantieren Arbeitgeber die höchsten Löhne)
  • Februarhochsaison: Schulferien – Spitzenbuchungen in allen französischen Skigebieten
  • Saisonende: Die meisten französischen Skigebiete schließen Ende März bis Mitte April. Höher gelegene Gebiete (Val d'Isère, Tignes, Alpe d'Huez) können bis zum 20.–30. April geöffnet bleiben

Zusammenfassung: Die wichtigen Termine

MonatAufgabe
Januar–FebruarVisabestimmungen recherchieren; Nicht-EU-Staatsangehörige ohne Working-Holiday-Abkommen sollten frühzeitig ihre Arbeitsberechtigung klären
April–MaiFalls nötig, Qualifikationen für Skilehrer abschließen
JuliBei Skischulen und Reiseveranstaltern bewerben – die Bewerbungszeiträume öffnen jetzt
AugustHochsaison der Einstellungen – allen Bewerbungen nachgehen und Vorstellungsgespräche verfolgen
SeptemberAngebote annehmen, Flüge buchen (September = günstigster Monat)
OktoberVersicherung, Bankkonto und Ausrüstung organisieren
Ende NovemberIm Skigebiet ankommen

Frankreich ist aus gutem Grund ein bewährtes Ziel für Saisonarbeiter – die Infrastruktur existiert genau deshalb, weil schon so viele Menschen vor dir diesen Weg gegangen sind. Nutze diese Infrastruktur: die Facebook-Gruppen, die Rekrutierungsseiten der Veranstalter und das BASI-Netzwerk. Aber nutze sie frühzeitig. Das Zeitfenster ist kürzer, als es aussieht.

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