Wo du gute Ausrüstung wirklich findest, wie du sie vor dem Kauf prüfst und was du niemals gebraucht kaufen solltest
Ski und Snowboards verschleißen nicht wie die meisten Ausrüstungsgegenstände. Ein fünf Jahre altes Set von jemandem, der ein oder zwei Saisons gefahren und danach nach Hause gegangen ist, ist praktisch genauso gut wie neu – und kostet ein Drittel des Preises. Dieser Leitfaden behandelt die praktische Seite: Wo du solche Ausrüstung findest, wie du vor der Geldübergabe prüfst, ob sie in Ordnung ist, und wann gebraucht eine Scheineinsparung bedeutet.
Für den größeren Überblick „Was brauche ich und wie viel sollte ich ausgeben?“ siehe Die erste Ski- oder Snowboardausrüstung kaufen. Dieser Text ist enger gefasst und praktischer: Du hast dich für gebraucht entschieden – was genau musst du nun prüfen?
Wo du suchen solltest
- Facebook Marketplace – in den meisten Ländern der größte und aktivste Markt, besonders im Frühherbst, wenn Menschen nach einer Saison im Ausland ihre Ausrüstung vor der nächsten Saison aussortieren oder im Vorjahr neu gekaufte Dinge weiterverkaufen.
- eBay – größere Auswahl als Marketplace. Wenn du abgeschlossene Angebote und nicht nur aktive Anzeigen suchst, siehst du, was Dinge tatsächlich kosten und nicht nur, was Verkäufer gerne bekommen würden.
- Ski Club Preloved (skiclub.co.uk) – kleiner, aber vertrauenswürdiger: Die Verkäufer sind Begeisterte und keine Menschen, die ein unbenutztes Weihnachtsgeschenk loswerden wollen.
- Tauschbörsen und Anschlagtafeln im Skigebiet – sobald du vor Ort bist, sorgt der Wechsel der Saisonkräfte für einen ständigen Strom an Ausrüstung von Menschen, die mitten in der Saison oder am Ende nach Hause fliegen. Oft die günstigste Quelle, weil Verkäufer die Sachen vor dem Heimflug loswerden möchten.
- Ausverkäufe der Mietflotte am Saisonende – viele Verleihe verkaufen die Mietausrüstung der laufenden Saison im April oder Mai mit hohen Rabatten. Sie wurde einige Monate intensiv statt mehrere Jahre leicht genutzt, aber regelmäßig gewartet, und das Geschäft hat ein Interesse daran, funktionierende Ausrüstung zu verkaufen.
Ski und Snowboards: Was du prüfen solltest
Zustand der Unterseite. Drehe Ski oder Board um. Leichte Kratzer sind kosmetisch und normal – jedes Board, das Schnee berührt hat, hat solche Spuren. Entscheidend ist die Tiefe: Fahre mit dem Fingernagel über jeden Kratzer. Wenn der Nagel hängen bleibt oder hineingreift, ist der Kratzer bis ins Kernmaterial vorgedrungen und betrifft nicht nur die Basisschicht, sondern die strukturelle Stabilität. Tiefe Beschädigungen bis zum Kern, sichtbar als dunklere Kerbe und manchmal mit einer leichten Delle, sind ein Grund weiterzugehen, sofern der Preis dies nicht bereits widerspiegelt.
Kanten. Prüfe die Metallkante über die gesamte Länge auf Rost und auf Stellen, an denen sie sich vom Belag gelöst hat („Kantenablösung“ – normalerweise kann man eine Lücke sehen oder fühlen). Oberflächenrost lässt sich leicht wegpolieren und ist kein Problem. Eine Kantenablösung kann repariert werden, ist aber ein Grund, den Preis herunterzuhandeln. Wenn sie großflächig ist, solltest du weitergehen.
Camber-/Rocker-Profil. Lege Ski oder Board mit dem Belag nach oben flach hin und betrachte die Längsseite. Es sollte eine sichtbare, gleichmäßige Kurve aufweisen – Camber, Rocker oder Hybrid, je nachdem, wie es gebaut wurde. Ein Ski, der flach geworden ist oder ein ungleichmäßiges, welliges Profil besitzt, hat seine Spannung und Sprungkraft verloren und wird nicht mehr wie neu funktionieren. Das passiert durch Alter und starke Nutzung und lässt sich nicht reparieren.
Bindungen. Dieser Teil wird oft übersprungen, sollte es aber nicht werden. Prüfe, ob die Auslöse- und Halteeinstellung (DIN) zu deinem Gewicht und Können passt. Ein Skigeschäft kann das gegen eine geringe Gebühr prüfen und einstellen. Das solltest du vor der ersten Nutzung eines gebrauchten Sets immer tun, unabhängig davon, was der Verkäufer über die Einstellung sagt. Wenn die Bindungen auf eine andere Sohlenlänge eingestellt sind, müssen sie vor der Nutzung neu montiert werden. Das ist eine Sicherheitsfrage und keine persönliche Vorliebe und kostet in jedem Skigeschäft ungefähr 30–50 £. Überspringe die Bindungskontrolle niemals, um diese Kosten zu sparen.
Snowboard-spezifisch: Ablösung der Schichten. Drücke entlang der Kanten des Boards, besonders nahe Spitze und Ende, und achte auf weiche oder schwammige Stellen. Höre außerdem auf ein leises Knacken oder Knallen. Das ist eine Ablösung der inneren Schichten und wird nur schlimmer. In den frühen Stadien ist sie von außen nicht sichtbar; deshalb ist diese Kontrolle auch bei einem scheinbar perfekten Board wichtig.
Schuhe: neu kaufen, nicht gebraucht
Bei dieser Kategorie ist der Rat eindeutig: Kaufe Ski- oder Snowboardschuhe nicht gebraucht. Schuhe geben nach und passen sich mit der Zeit der Fußform des Vorbesitzers an. Du kaufst also nicht nur einen gebrauchten Gegenstand, sondern einen Gegenstand, der für den falschen Fuß geformt ist. Ein schlecht sitzender Schuh ruiniert dein Skifahren oder Fahren unabhängig davon, wie gut der Rest ist. Bei diesem Ausrüstungsteil zählt die Passform und nicht das Datenblatt. Lass neue Schuhe professionell anpassen. Im vollständigen Ausrüstungsleitfaden findest du Informationen zum Ablauf und zum Budget.
Helme: ebenfalls neu kaufen
Helme verlieren durch Aufprall, UV-Strahlung und Alter an Sicherheitswirkung. Ein Helm, der einen echten Schlag abbekommen hat, kann von außen völlig unbeschädigt aussehen, obwohl der Schutzschaum im Inneren bereits beeinträchtigt ist. Du kannst die Aufprallgeschichte eines gebrauchten Helms nicht kennen. Kaufe einen neuen Helm mit aktueller Zertifizierung (CE EN 1077 in Europa, ASTM F2040 in Nordamerika). Die Kosten sind gering genug, dass sich das Risiko nicht lohnt.
Wie ein fairer Preis tatsächlich aussieht
Als grobe Orientierung für drei bis sieben Jahre alte Ausrüstung in gutem Zustand von einer bekannten Marke (Rossignol, Salomon, Head, Völkl, Atomic, K2, Burton und ähnliche):
| Gegenstand | Fairer Gebrauchtpreis |
|---|---|
| Ski + Bindungen | 100–250 £ |
| Snowboard + Bindungen | 100–200 £ |
| Stöcke | 15–30 £ |
| Ski-/Boardtasche | 20–40 £ |
Wenn ein Angebot für Ausrüstung dieses Alters deutlich darüber liegt, kennt der Verkäufer entweder den Markt nicht oder hofft, dass du ihn nicht kennst. Liegt der Preis deutlich darunter, frage nach dem Grund, bevor du dich freust. Manchmal ist es ein echtes Schnäppchen von jemandem, der die Sachen nur loswerden möchte, manchmal steckt aber auch ein Problem mit Belag oder Bindung dahinter, das der Verkäufer nicht erwähnt hat. Frag direkt. Die meisten privaten Verkäufer sagen ehrlich die Wahrheit, wenn man eine konkrete Frage stellt („Gibt es Beschädigungen bis zum Kern oder Kantenschäden?“), selbst wenn sie diese Information nicht von sich aus nennen würden.
Verhandeln
Private Verkäufer auf Marketplace und eBay rechnen normalerweise mit einem etwas niedrigeren Angebot. 10–15 % unter dem verlangten Preis sind ein normales Einstiegsangebot und keine Beleidigung, besonders wenn du auf ein konkretes, überprüfbares Problem hinweisen kannst – eine Beschädigung bis zum Kern, Kantenrost oder eine veraltete Bindung. Tauschbörsen im Skigebiet und Ausverkäufe der Mietflotte am Saisonende liegen meist näher am Festpreis, da der Verkäufer weniger emotional an der Ausrüstung hängt und stärker unter Verkaufsdruck steht. Trotzdem lohnt sich eine Frage, besonders spät im Verkaufszeitraum.
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